05.09.2010 – 21.11.2010
ALEXANDRA BACHZETSIS
PLAY
Vernissage: 04.09.2010 18:00
Alexandra Bachzetsis (*1974, lebt in Basel) ist Performancekünstlerin und Choreografin und tritt mit ihrer Arbeit wiederholt auch im Kunstkontext auf. Ihre Arbeit oszilliert immer wieder zwischen Tanzperformance und künstlerischem Anspruch. Im Kunsthaus Glarus zeigt sie zwei Arbeiten, in denen dieser interdisziplinäre Aspekt und die Auseinandersetzung mit dem Objekt, dem Körper und der Bewegung im Raum besonders hervortreten. Offene Arbeitsprozesse, Improviation, die konzeptuelle Beschäftigung mit Theaterscripts und ihrer Realisierung spielen dabei eine Rolle. Die Arbeit Secret Instructions wird nach Aufführungen im Theaterkontext im De Brakke Grond in Amsterdam und im Theaterhaus Gessnerallee in Zürich, nun als dritte Station im Kunsthaus erstmals im Kunstkontext gezeigt. Sie entstand in einer Kollaboration mit der Grafikerin Julia Born und besteht aus sechs Scripts von Theaterstücken, einem Programmheft, das dem Publikum übergeben wird und einer Performance, die einmalig aufgeführt wird. Bachzetsis zeigt zudem auch eine neue Videoarbeit, in der sie Objekte in experimenthafte Zustandsveränderungen involviert.
An der Vernissage wird zwischen 19.00 - 20.00 die Performance Secret Instructions von Alexandra Bachzetsis & Julia Born einmalig aufgeführt.
ALEXANDRA BACHZETSIS & JULIA BORN
Secret Instructions, 2005
photo: Melanie Bonajo
05.09.2010 – 21.11.2010
JOHANNA BILLING
I'M LOST WITHOUT YOUR RHYTHM
Vernissage: 04.09.2010 18:00
Johanna Billing (*1973, lebt in Stockholm) zeigt die Videoarbeit I’m lost without your rhythm (2009). Sie handelt von einem live-Event in Choreografie, zeitgenössischem Tanz und Live-Improvisation, der mit Amateurtänzern und Schauspielstudenten während der “Periferic 8 Biennal of Contemporary Art“ in Rumänien im Oktober 2008 in Zusammenarbeit mit der schwedischen Choreografin Anna Vnuk stattfand. Während mehrerer Tage beobachtete und dokumentierte Billing diese offene Veranstaltung und editierte anschliessend das Material zu einem durch Musik und Rhythmus komponierten Filmloop. Im Fokus steht nicht die Aufführung einer abgeschlossenen Performance, sondern der Prozess der live-Improvisation zwischen Choreografin, Tänzern, lokalen Musikern und den Besuchern.
JOHANNA BILLING
I'm lost without your rhythm, production still, 2009
05.09.2010 – 21.11.2010
FALKE PISANO & ANA ROLDAN
DYNAMO
Vernissage: 05.09.2010 18:00
Im Zentrum der Ausstellung von Falke Pisano & Ana Roldan steht ein von den beiden Künstlerinnen gemeinsam erarbeitetes Werk, eine ehemals als Bodenarbeit konzipierte dreiteilige Stoffarbeit, welche mit je einer eigenen Zeichnung bedruckt ist. Diese Bodenarbeit galt als Spielfläche für mehrere Objekte, die ihren Ursprung in früheren Ausstellungen und Installationen der Künstlerinnen haben. Auf einer textuellen Ebene, einem Script, werden drei Szenen mit 16 Positionen der Objekte auf dem Spielplan beschrieben, die sich in vergangenen Ausstellungen während der Ausstellungsdauer veränderten. In Glarus wird eine neue Version gezeigt, in der diese Choreografie nur noch beschrieben, aber nicht mehr umgesetzt wird. Die Bewegungen der Objekte im Raum finden in dieser Weise in der Imagination des Betrachtenden statt. Das Verhältnis zwischen Anleitung und Realisierung wird so zu einem offenen Prozess, an dem auch der Betrachter seinen Anteil leistet.
FALKE PISANO & ANA ROLDAN
Dynamo, Detail, 2008
05.09.2010 – 21.11.2010
GLARNER PRIVATSAMMLER IM DIALOG
ROBERT AND RUTH JENNY
Vernissage: 04.09.2010 17:00
Für die Ausstellung in den beiden Räumen im Untergeschoss sind Robert und Ruth Jenny eingeladen, eine Auswahl von Bildern aus ihrer Sammlung im Kunsthaus Glarus zu zeigen. Ein Hauptinteresse gilt der expressiven Abstraktion, geheimnisvollen und mysteriösen Inhalten, sowie der metaphysischen Transparenz. Letztere zeigt sich auch im Interesse für Malerei und Kunsthandwerk aus Asien, Lateinamerika und Afrika. Eine weitere Gruppe von Werken in der Ausstellung dokumentiert einen Teil der Geschichte des Gartenflügels, Galerie und kulturelles Forum in Ziegelbrücke, der vom Ehepaar Jenny betrieben wird. Auf diesem aber auch anderen Wegen gelangten auch Werke von Glarner Kunstschaffenden in die Sammlung. Das Ehepaar Jenny präsentiert seine Sammlung, die von sehr persönlichen Entscheidungen geprägt ist und keiner Systematik folgt, für einmal nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern einer breiten Öffentlichkeit in einem musealen Kontext. Im Dialog mit der Sammlung des Glarner Kunstvereins entstehen neue Nachbarschaften und Zusammenhänge. Einzelne Werkgruppen ergänzen sich oder eröffnen einen frischen Blick auf beide Sammlungen, was auch zu interessanten Fragen nach den Differenzen zwischen öffentlichem und privatem Sammeln und nach verschiedenen Logiken des Sammelns überhaupt führen kann.