(Aktuelle Ausstellung)

7.6. – 30.8.2026

THE SIGH OF THE MOUNTAIN - Über Echos und Spuren in unseren Landschaften

Noor Abed, Talar Aghbashian, Kateryna Aliinyk, Nathalie Bissig, Yann Stéphane Bisso, Binta Diaw, Andro Eradze, Sky Hopinka, Dominique Koch, Angelika Loderer, Zahra Malkani, Lou Masduraud, Leila Peacock, Noemi Pfister, Stas Shärifulla, Tiffany Sia, Rebecca Solari, Anouk Tschanz. Ergänzt mit Werken aus der Sammlung des Glarner Kunstvereins und dem Archiv der Dätwyler Stiftung.

Eine kollaborative Ausstellung über den Klausenpass hinweg im Haus für Kunst Uri und im Kunsthaus Glarus.
Kuratiert von Annette Amberg und Gioia Dal Molin.

(Nächste Veranstaltungen)

Samstag, 4. Juli 2026, 12.30 Uhr

Passhöhe Klausen – Festival

12.30: Noor Abed, Workshop: gemeinsames Lesen und Besprechen von ausgewählten Texten ausgehend von der künstlerischen Praxis von Noor Abed.
(In englischer Sprache, begrenzte Platzzahl, Anmeldung: info@kunsthausglarus.ch)

14.00: Stas Shärifulla, Soundperformance "Tawźıñ körhönöüe"

15.00: Rebecca Solari, Performance "La Gigantessa 

Im Anschluss Alpkäse und Brot.

Die Passhöhe ist von Linthal (GL) und von Altdorf (UR) mit dem Bus zu erreichen. Auf der Passhöhe und beim Hotel Klausenpass sind zudem Parkplätze vorhanden. Die Veranstaltungen sind so gelegt, dass eine Rückreise mit dem öffentlichen Verkehr möglich ist. Der Bus fährt um 10.25 Uhr ab Linthal, Bahnhof auf die Passhöhe. Der letzte Bus fährt um 16.44 nach Linthal, Bahnhof.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Findet nur bei guter Witterung statt.

 

Noor Abed (*1988 in Jerusalem, lebt und arbeitet in Amsterdam und Ramallah) untersucht in ihren Recherchen, wie Landschaft verwoben ist mit Ritualen, Praktiken von Widerstand, kollektiven Erinnerungen, Klängen oder Geschichten. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Performance und Film und schafft Werke, in denen soziale Möglichkeiten zugleich erprobt und performativ umgesetzt werden. Sie untersucht darin Choreografie, kollektive Formationen und soziale Dynamiken und verbindet dabei inszenierte mit dokumentarischen Formen. In der Ausstellung zeigt Noor Abed den Film "A Night We Held Between" (2024), den sie an antiken Stätten in Palästina gedreht hat – in Höhlen, unterirdischen Gängen oder in wilden, zerklüfteten Tälern. In den choreografisch inszenierten, teilweise auch rhythmischen und kollektiven Wiederholungen erzeugt Noor Abed das eindringliche Bild einer Gemeinschaft, die jahrhundertealte Traditionen in die Gegenwart und in die Zukunft trägt und sich daraus ihrer Verbindung zum Land und ihrem Recht auf Widerstand vergewissert. Zugleich schafft die Künstlerin so eine Art Erinnerungslandschaft und erinnert auch uns daran, dass sich unter der steinigen Oberfläche der Hügel oder Berge uralte Geschichten, ja eine Welt, befinden.

Rebecca Solari (*1996 in Blenio, lebt und arbeitet in Biel/Bienne), die im Tessiner Bleniotal (also unmittelbar auf der anderen Seite des Gotthards) aufgewachsen ist, setzt sich in ihren Performances mit den Legenden, Traditionen (etwa dem Carnevale, der Fasnacht) und Klängen aus dieser Landschaft auseinander und dekonstruiert und rekontextualisiert sie mit grosser, auch explosiver Lust. Sie verwendet Wörter aus ihrem Tessiner Dialekt und mischt diesen in ihren Gesängen mit Französisch und Englisch. Akustisch nimmt sie Bezug auf Punk, Jodel, Oper oder Techno. Ihre Performances sind von lauten Antiheld:innen, von Blitzen (sie nennt eine ihrer Kunstfigur ‹Fulmine›, also Blitz) oder von Vulkanen bevölkert und sie erzählt Geschichten, die aus der brodelnden Ursuppe (die sie Minestrone nennt) stammen. Auf dem Klausenpass steigt Rebecca Solari als "La Gigantessa" (die Riesin) aus dem Rauch empor, mit gigantischen Füssen – diese sind derzeit in Glarus und Altdorf ausgestellt – und einer sieben Meter langen, flatternden Hose. Die Riesin will, so die Künstlerin, die Menschen auf eine neue Art mit der Landschaft um sie herum verbinden. Dabei erzählt die Gigantin von den Realitäten der vier Sprachregionen in der Schweiz, von den politischen Ambivalenzen (beispielsweise die heraufbeschworene heile Welt der Berge und die Realität der Schweiz als Depot für alle Arten von unsauberem Geld) und von ihrer eigenen, vielleicht auch doppeldeutigen Existenz als fluides, ein bisschen unheimliches und ein bisschen liebevolles Bergwesen mit übergrossen Füssen.

Stas Shärifulla (*1984 in Sibirien, lebt und arbeitet in Basel) ist ein Künstler und Forscher, der mit Sound und Listening arbeitet. Geboren und aufgewachsen in Ostsibirien und mit Yılan-Bashqort-Abstammung (den Baschkiren des Elan-Stammes), erforscht er die auditive Natur autochthoner Kulturen Nord- und Zentralasiens, in denen Hören und Klang historisch bedeutsamer waren als das Schreiben. Dabei interessiert ihn, inwiefern indigenes Wissen in der ehemaligen Sowjetunion und darüber hinaus historisch unterworfen und verzerrt wurde und mit welchen Mitteln dies rückgängig gemacht werden kann. Die Reduktion von indigenem Wissen auf exotische Museumsartefakte – u.a. bei Musikinstrumenten wie Flöten – ist ein solches Beispiel. Für das Festival auf dem Klausenpass am 4. Juli lädt Stas Shärifulla den Berg ein, seinen т та ау уы ыш ш/tawısh zu offenbaren, ein Wort, das unabhängig vom Kontext sowohl ‹Stimme› als auch ‹Klang› bedeutet. Mithilfe verschiedener Flöten, etwa der quray und der tashtawıq (Steinhuhn), ruft der Künstler den Berg an, um Steine und Felsen in Schwingung zu versetzen und auf seine Antwort (Echo) zu warten. Ob der Klausen Bashqort versteht, wird sich im Lauf der Performance zeigen, so der Künstler.

 

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Passhöhe Klausen. Foto: Annette Amberg & Gioia Dal Molin

Donnerstag, 9. Juli 2026, 13.00 Uhr

Kunsthaus Glarus – Kunst & Kaffee

30-minütiger Ausstellungsrundgang mit anschliessendem Kaffee und Kuchen. Die Veranstaltung ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Freitag, 10. Juli 2026, 14.00 Uhr

Haus für Kunst Uri – Kreativ-Treff

Offenes Kunstatelier zum Malen, Gestalten, Basteln und Austauschen in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz, Uri. 

Donnerstag, 6. August 2026, 17.30 Uhr

Haus für Kunst Uri – Heinrich Danioth, der Urner Kreis und der Klausenpass: Führung mit Sophia Aschwanden

Bei einem kurzen Streifzug durch Altdorf entdecken wir das Wirken des Urner Kreises und im Archiv der Dätwyler Stiftung lernen wir weitere Werke von Heinrich Danioth und seinen Zeitgenoss:innen kennen. Im Anschluss kleiner Apéro. Startpunkt ist beim Telldenkmal.

Anmeldung und Information unter: kunstvermittlung@kunstverein-uri.ch. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Donnerstag, 20. August 2026, 13.00 Uhr

Kunsthaus Glarus – Kunst & Kaffee

30-minütiger Ausstellungsrundgang mit anschliessendem Kaffee und Kuchen. Die Veranstaltung ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Sonntag, 23. August 2026, 15.00 Uhr

Kunsthaus Glarus – Nachmittag für Alle: Pleinair Zeichnen mit Michael Honegger

Wir starten im Kunsthaus und begeben uns zu Fuss auf eine zeichnerische Erkundungstour mit Fokus auf die Linth. Verschiedenen Standorte laden zu unterschiedlichen Strategien des Sehens und Zeichnens ein: Übersicht, Details, Vereinfachungen, lineares und flächiges Sehen. Daneben soll auch unser Blick auf Landschaft Thema sein. Wir werden keine traditionellen Landschaftsidyllen zeichnen, sondern versuchen uns mit zeitgemässen Vorstellungen auseinanderzusetzen. Wir werden über eine Stunde zu Fuss unterwegs sein und der Weg geht zum Teil auch in die Höhe.

Eigenes Zeichenmaterial (z.B. Zeichenblock A3 oder A2, verschiedene Stifte) ist sehr willkommen – Reservematerial sowie Klappstühle werden zur Verfügung gestellt.

Der Workshop findet in deutscher Sprache statt und wird geleitet von Michael Honegger. Michael Honegger ist Lehrer für Bildnerisches Gestalten an der Kanti Glarus, er schätzt das Zeichnen draussen, um an einem Ort und im Augenblick überhaupt anzukommen und neugierig zu werden, was es da zu sehen gibt. Dieses Eintauchen in eine Umgebung wird er mit Ihnen während dem Workshop erkunden.

Kosten & Anmeldung: Der Workshop ist kostenlos, offen für Teilnehmende ab 14 Jahren.
Info und Voranmeldung bis 21. August unter: info@kunsthausglarus.ch

Der Workshop findet nur bei guter Witterung statt. 

Freitag, 28. August 2026, 14.00 Uhr

Haus für Kunst Uri – Kreativ-Treff

Offenes Kunstatelier zum Malen, Gestalten, Basteln und Austauschen in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz, Uri. 

Samstag, 29. August 2026, 16.00 Uhr

Haus für Kunst Uri – New Glarus, Tell City, Altdorf und andere neue Landschaften: Auswanderungsbewegungen in der historischen Perspektive und Heute

Vortrag und Gespräch mit Chiara Zgraggen, Historikerin. Die Veranstaltung ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Sonntag, 30. August 2026, 16.00 Uhr

Kunsthaus Glarus – Sammlungseinblick

Wie prägen politische und gesellschaftliche Realitäten unser Verständnis von den Landschaften, in denen wir leben oder von denen wir träumen – heute und in der Vergangenheit? Dialogischer Rundgang zur Landschaftsmalerei in der Ausstellung mit zeitgenössischer Malerei und Werken aus den Sammlungen des Glarner Kunstvereins und des Haus für Kunst Uri. Die Veranstaltung ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Plakat Final v2 Plakat F4 ohne vernissage